Trackspatz auf Weltreise

Von Sousse nach Douz - Teil 1

Von Sousse nach Douz - Teil 1

 

Nachdem das mit dem Gottesdienst in Sousse so wundervoll geklappt hat, wenden wir uns unserem nächsten Programmpunkt zu. Wir sind schließlich nicht in Urlaub – oder?

Ursprünglich sind wir mit einem Deutschen verabredet, der uns als überaus erfahrener „Wüstenfuchs“ kreuz und quer durch die tunesische Sahara leiten und begleiten will, insbesondere, weil die Tunesischen Sanddünen besonders schwierig zu befahren sind. Im Lauf der Korrespondenz spüren wir aber, dass wir wohl nicht in dem Maße bereit und in der Lage sind, uns seinen Anschauungen von „Regiment“ zu unterwerfen, wie dieser Herr es sich vorstellt. Da sind wir dann doch lieber etwas dämlicher unterwegs, dafür eigenverantwortlich, und lassen das tolle „Angebot“ gerne sausen. Unseretwegen bis in die Sahara.

Pistenkuh

Außerdem haben wir ein anderes umso netteres Ziel: Am Rand der Sahara, vor den Toren von Douz, steht das „globetrottende“ Ehepaar, das unter dem Namen „Pistenkuh“ seit etwa 15 Jahren mit verschiedenen Expeditionsmobilen die weite Welt erkundet und andere durch mannigfaltige Publikationen daran teilhaben lässt. Die wollen wir treffen – und die uns.

Autobahn Tunesien

Also schnurren wir die Ostküste entlang gen Süden. Da uns das Treffen wichtig ist, legen wir einen beschleunigten Gang ein und begeben uns auf die Autobahn. Die hier fällige Maut ist lächerlich gering. Dafür ist die Autobahn leer. Na ja, fast leer:

An den Zahlstellen springen uns jeweils mehrere fliegende Händler in den Weg mit beiden Händen voller Smartphones und versuchen, uns diese anzudrehen. Wir fragen uns, wer sein (teures) Smartphone wohl irgendeinem Straßenhändler auf der Autobahn durchs geöffnete Autofenster abkauft – und was man dann beim Versuch der Inbetriebnahme in der Hand hält? Immerhin scheint es sich zu lohnen, sonst wären diese Händler ja nicht mit dem Geschäftsmodell unterwegs.

Aber nicht nur das: Alle paar hundert Meter bieten Händler auf dem Seitenstreifen Gemüse an in  Sorten, die gerade saisonal „dran“ sind. Bei uns sind es Bohnen und eine Art Lauchzwiebeln.

Unglaublich: Gemüsehändler auf der Autobahn! Und es kaufen tatsächlich Leute ein. Die Polizei nimmt es nicht einmal zur Kenntnis.

Sobald wir die Autobahn verlassen, sehen wir das Dilemma, in dem sich Tunesien befindet: An der gesamten Küste ist man auf Urlauber eingestellt – aber es sind keine da. Hotels, Restaurants: Alles steht leer da. Kein Gast ist zu sehen, und dazu stehen noch jede Menge Bauruinen von wirklich großen Hotelanlagen jämmerlich in der Gegend umher. Dadurch, dass auch das begleitende Angebot zusammenbricht, wird auch alles immer trostloser. Wir würden jetzt dort auch nicht unbedingt Urlaub machen wollen. Außer Hotel (wenn offen) und Strand gibt es ja nichts. Der Rest ist armselige Trostlosigkeit.

Gabes

In Gabes entern wir noch mal einen „richtigen“ Supermarkt, um uns mit ein paar Sachen einzudecken, die es in den kleinen Läden einfach nicht gibt. Supermärkte sind übrigens hier (wie auch in Marokko) merklich teurer als die kleinen Händler. Nur eben reichhaltiger sortiert.

Zausel

Geschrieben von : Zausel

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Der Trackspatz guckt immer erst mal drauf, ob's sich nicht schon wieder um Werbe-Spam handelt

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Julie
Vielen Dank!
Aber mit dem Aufpassen haben wir Probleme... das muss jemand anderes übernehmen :-)

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Claus
schön zu lesen Eure Berichte. Habt weiterhin viel Spaß und passt auf Euch auf ?✊️
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