Trackspatz auf Weltreise

Tembaine im Sandsturm

Tembaine im Sandsturm

Die Oasenstadt Douz lässt uns nicht los. Sie ist schon fast zur zweiten Heimat geworden. Die Stadt nennt sich das Tor zur Sahara. Also machen wir uns auf – in den Grand Erg Oriental. So nennt sich der Tunesische Teil der Sahara.

Grand Erg Oriental

Es geht nach Süden. In Richtung Militärische Sperrzone. Böse Terroristen sollen sich da aufhalten und Touristen entführen. Na, dann schauen wir mal nach, ob das stimmt. Später erfahren wir, dass wir da ohne Genehmigung gar nicht hätten fahren dürfen.

Wir folgen einer beschrieben Navigations-Route, die wir auch in unsere Navis geladen haben. Anfangs sieht noch alles ganz passabel aus, wir befahren einen versandeten Track. Das Wetter ist schön und wir haben einen tolle Sicht.

Ab und zu passieren wir ein verfallenes Café. Bestehend aus ein paar Holzbretten und Palmenwedeln. Ein paar davon sind bereits halb unter dem Sand begraben. Erinnerungen an die florierenden Zeiten Tunesiens. Ein Café gibt es noch, wir schauen kurz rein. Ein paar Soldaten sitzen in einer Ecke.

Dünen auf der Fahrt nach Tembaine

Nach etwa 100 Kilometer Fahrt erreichen wir Dünen. Hohe Dünen. Außer ein paar Kamelspuren sind keine Spuren zu sehen. Wir müssen uns den Weg durch die Dünen suchen. Es ist später Nachmittag und die Sonne wirft schöne Schatten. Die Szenerie ist beeindruckend. Die Schatten helfen uns, die Orientierung nicht zu verlieren. Wir überlegen uns, hier schon das Nachtlager aufzuschlagen. Doch wir fahren weiter. Bis zum Tembaine.

Tembaine

Tembaine ist ein doppelter Tafelberg, der nun in der Ferne auftaucht. Das Ende des Dünengürtels schaffen wir gerade noch so in der Dämmerung. Da wir während der Fahrt keinerlei Fahrspuren gesehen haben, erwarten wir keine Menschenseele am Tembaine. Umso überraschter sind wir, dort neben einer alten Hütte ein paar Enduros stehen zu sehen.

Wir winken nur, fahren um den Tafelberg herum und schlagen unser Lager auf. Noch in Douz erfuhren wir, das Sturm aufkommen soll. Noch ist es absolut windstill. Wir sichern unser Aufstelldach gegen Wind.

Die Nacht wird windig. Stürmisch. Am nächsten Morgen knirscht es zwischen den Zähnen. Der Sand dringt in jede Ritze. Wir können die Augen kaum offenhalten. Die Augen brennen.

Von hier aus fährt man normalerweise weiter nach Süden, zum verlorenen See. Mitten im Sand sprudelt warmes Wasser aus dem Boden. Die Fahrt dorthin soll extrem schwierig sein. Nur etwas für Vollprofis. Niemals soll man alleine dorthin fahren.

Berber am Tembain in Tüchern gewickelt

Wir fahren zurück. Zu dieser Hütte. Ein Berber sitzt da, das Gesicht in Tücher gewickelt. Er hält die Stellung hier. Er will es immer tun, auch wenn niemand mehr vorbeikommen wird. Wir leisten ihm eine Weile Gesellschaft. Er meint, die Fahrt zum Verlorenen See sei doch recht unproblematisch. Bei diesem Wetter? Naja, er lebt hier, ist Vollprofi, wir nicht.

Dünendurchquerung ohne Sicht

Sandsturm

Wir fahren zurück. Die Rückfahrt ist sehr schwierig. Wir können die Dünen kaum richtig erkennen. Die Mittagssonne wirft keinerlei Schatten. Sand pfeift über die Dünenkämme und nimmt uns die Sicht. Einmal verirren wir uns in einer Sandmulde und müssen mit heftigem Schwung da wieder raus. Mit einem Sprung über den Dünenkamm, den ich gerne im Video gesehen hätte. Das Fahrzeug ächzt.

Wir erreichen die Piste. Piste? Diese verliert sich in Sandverwehungen. Oft fahren wir querfeldein, denn eine Piste ist nicht mehr zu erkennen. Die Landschaft sieht bizarr aus. Wir könnten uns auch auf dem Mars in einem der Sandstürme befinden.

Schließlich erreichen wir Douz, wo wir drei Tage lang ausharren und das Innere unserer Kabine vom Staub und Sand befreien.

Geil war‘s… ein schönes Abenteuer

Piste verschwindet im Sandsturm

Julie

Geschrieben von : Julie

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Der Trackspatz guckt immer erst mal drauf, ob's sich nicht schon wieder um Werbe-Spam handelt

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